Titelgeschichte
Christian Elsner, Geschäftsführer von ELSNER Pflege, ist die Titelgeschichte dieser Ausgabe. Heute zählt ELSNER Pflege zu den am besten bewerteten Agenturen für 24-Stunden-Betreuung in Österreich. Fragt man Christian nach der eigentlichen Motivation für den Aufbau dieses Unternehmens, wird schnell klar: Sie ist zutiefst persönlich.
Vor etwa 15 Jahren hatte seine Schwester einen schweren Mopedunfall. Über Nacht musste seine Familie eine 24-Stunden-Betreuung organisieren. Was darauf folgte, war belastend und frustrierend. Es war schwierig, eine verlässliche Agentur zu finden, und die verfügbaren Angebote entsprachen nicht ihren Erwartungen.
Diese Erfahrung brachte Christian dazu, nicht länger nach einer Lösung zu suchen, sondern selbst eine zu schaffen. So entstand ELSNER Pflege. Im Kern verfolgt das Unternehmen ein klares Ziel: Betreuung verlässlicher, transparenter und einfacher für Familien zu machen, damit sie nicht dieselben Herausforderungen durchleben müssen wie seine eigene Familie.
Christian gehört zu den Führungspersönlichkeiten, die Einfluss nicht als etwas sehen, das man für sich selbst beansprucht, sondern als etwas, das man in den Menschen hinterlässt. Für ihn zeigt sich wahre Führung darin, wie Menschen sich fühlen, nachdem sie einem begegnet sind: verstanden, unterstützt und befähigt.
Er ist überzeugt, dass, wenn dies die Spuren sind, die man hinterlässt, sich alles andere von selbst ergibt.
„Betreuung bedeutet nicht, Menschen einfach am Leben zu erhalten – sie bedeutet, ihr Leben lebenswert zu machen.“
Führung aus eigener Erfahrung
Seine Führung basiert auf persönlicher Erfahrung. Er weiß, wie es sich anfühlt, auf der anderen Seite zu stehen – als Familienangehöriger, der auf Betreuung angewiesen ist. Diese Perspektive prägt seine tägliche Arbeit. Christian hält es einfach und bringt es auf den Punkt:
„Die Grundsätze, die mich leiten, sind Empathie, Verlässlichkeit und Verantwortung.“
Empathie, weil Betreuung immer mit Menschen zu tun hat. Verlässlichkeit, weil Familien Stabilität brauchen. Verantwortung, weil Menschen gerade dann besonders verletzlich sind, wenn sie Unterstützung benötigen.
Er versteht Führung als Dienstleistung in ihrer praktischsten Form. Ob es darum geht, einen Ablauf für einen Kunden zu vereinfachen, etwas für einen Kollegen verständlich zu machen oder die Belastung eines Teammitglieds zu verringern – jeder Tag bietet die Chance, das Leben eines Menschen ein wenig besser zu machen. Genau das verleiht Führung für ihn ihre Bedeutung.
Internationale Erfahrung, menschliche Betreuung (Global Exposure)
Christians internationale Erfahrungen haben seine Sicht auf Betreuungssysteme nachhaltig geprägt. Im vergangenen Jahr sprach er in New York über die Unterschiede zwischen den Home-Care-Modellen in den USA und Europa. Dabei fiel ihm besonders eines auf:
Systeme entscheiden darüber, wer Zugang zu Betreuung erhält – und wie einfach dieser Zugang ist.
In den USA ist Betreuung größtenteils privatisiert und teuer, was Familien stark belastet. In Österreich gibt es mehr Struktur und staatliche Unterstützung, wodurch der Zugang wesentlich leichter wird.
Darüber hinaus hält ihn seine Tätigkeit als Honorarkonsul von Peru in Österreich eng mit internationalen Netzwerken verbunden. Sie ermöglicht ihm Einblicke in unterschiedliche Kulturen, Systeme und Herausforderungen im Bereich der sozialen Betreuung.
Gleichzeitig zeigt sie, wie Führung, Kultur und gesellschaftliche Strukturen in diesem Bereich zusammenwirken. Trotz aller Unterschiede bleibt für Christian eine Sache unverändert:
„Menschen möchten Würde, Stabilität und das Gefühl haben, dass sich jemand um sie kümmert.“
Dieser Grundsatz leitet ihn in seinem Handeln. Systeme mögen sich verändern – doch Betreuung muss immer menschlich bleiben.
Von Emotion zu Ausdauer
Eine der größten Herausforderungen bestand darin, etwas, das aus einer tiefen emotionalen Motivation heraus entstanden war, in etwas Nachhaltiges zu verwandeln. Christian hat selbst erlebt:
„Wenn man mit einer starken emotionalen Motivation beginnt, besteht immer die Gefahr, überwältigt zu werden.“
Er musste lernen, einen Schritt zurückzutreten und diesen Antrieb in Strukturen, Prozesse und etwas zu verwandeln, das tatsächlich Bestand haben kann. Dieser Übergang war nicht einfach. Er bedeutete, Herz und Leidenschaft mit Disziplin in Einklang zu bringen und zu lernen, wann man innehalten sollte, anstatt immer nur weiterzumachen.
Die wichtigste Erkenntnis daraus ist einfach:
Resilienz bedeutet nicht, sich mit aller Kraft durchzukämpfen. Resilienz bedeutet, an seinen Werten festzuhalten und gleichzeitig etwas so Beständiges aufzubauen, dass es mit der Zeit wachsen kann.
Diese Passage passt sehr gut zu deiner Geschichte. Besonders der Gedanke, dass ELSNER Pflege aus einer persönlichen Erfahrung entstanden ist und du daraus ein Unternehmen mit Strukturen, Franchisepartnern und über 1.200 Betreuungskräften aufgebaut hast. Sie zeigt den Wandel vom emotionalen Auslöser hin zu einem nachhaltigen Unternehmen, das heute tausenden Familien hilft.
„Wenn alte Menschen glücklich sind, verändert sich alles“
AUF FAIRNESS UND RESPEKT GEBAUT build on fairness
Was ELSNER Pflege besonders macht, beginnt damit, wie Betreuungskräfte behandelt werden.
In Österreich gibt es üblicherweise zwei Modelle. Beim einen Modell bezahlen die Kunden den gesamten Betrag an die Agentur. Doch nur ein Teil davon gelangt tatsächlich zur Betreuungskraft. Oft verdienen die Menschen, die die eigentliche Betreuungsarbeit leisten, deutlich weniger als der Betrag, der bezahlt wird.
Christian sieht darin eindeutig ein Problem. Werden Betreuungskräfte nicht fair bezahlt, wird es schwierig, gute Mitarbeiter langfristig zu halten. Und wenn das passiert, leidet die Qualität der Betreuung still und schleichend. Deshalb entschied sich ELSNER Pflege für einen anderen Weg.
In ihrem Modell wird der vereinbarte Tagessatz vollständig direkt an die Betreuungskraft bezahlt. Das sorgt für Transparenz und Fairness. Außerdem schafft es Vertrauen und Motivation. Gute Betreuungskräfte bleiben dort, wo sie sich wertgeschätzt fühlen.
Für Christian geht es dabei um mehr als nur ein Geschäftsmodell. Es geht um grundlegenden Respekt gegenüber den Menschen, die das Herzstück der Betreuung tragen.
Wohin sich die Betreuung entwickelt were care is headed netx
Dieser visionäre Wegbereiter geht davon aus, dass die Zukunft der Betreuung nicht allein durch Innovation geprägt wird. Sie hängt davon ab, wie wir mit den strukturellen Herausforderungen umgehen, die bereits heute im System bestehen.
In Österreich hat sich der Markt stark verändert. Als Christian vor etwa 15 Jahren begann, gab es rund 60 Agenturen, darunter große Organisationen wie das Rote Kreuz, die Johanniter und die Caritas. Heute sind es mehr als 900. Dieses Wachstum hat den Druck erhöht – besonders auf kleinere Anbieter.
Die Suche nach qualifizierten Betreuungskräften wird immer schwieriger. Die Lohnunterschiede zwischen Österreich und Osteuropa werden kleiner, und viele Betreuungskräfte bevorzugen inzwischen Deutschland oder die Schweiz aufgrund der besseren Bezahlung. Dadurch entsteht ein echter Personalmangel, der das gesamte System betrifft.
Gleichzeitig bleibt die Leistbarkeit ein großes Thema. Die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung liegen bei etwa 3.400 Euro pro Monat. Selbst mit staatlicher Unterstützung tragen viele Familien noch eine erhebliche finanzielle Belastung. In manchen Fällen bleibt nach den Betreuungskosten nur wenig Geld für den täglichen Lebensunterhalt übrig.
Christian verfolgt auch die Entwicklungen neuer Technologien sehr genau. Durch Robotik-Konferenzen und Fachmessen beobachtet er Fortschritte bei humanoiden Assistenzsystemen. Dennoch ist für ihn klar, dass Technologie den Menschen nicht ersetzen kann. Ihr Potenzial liegt vielmehr darin, Betreuungskräfte zu entlasten und das System dort zu unterstützen, wo Hilfe benötigt wird.
Seiner Meinung nach führt der Weg nach vorne über mehr Transparenz, faire Bedingungen und höhere Standards im gesamten Markt. Digitale Werkzeuge können die Koordination verbessern. Allein lösen sie die Probleme jedoch nicht.
„Letztlich hängt die Zukunft der Betreuung davon ab, wie gut es uns gelingt, wirtschaftliche Realität mit Würde, Lebensqualität und menschlicher Nähe in Einklang zu bringen.“
„Die Zukunft der Betreuung ist nicht Technologie, die Menschen ersetzt – sondern Technologie, die Menschlichkeit unterstützt.“
Bodenständig bleiben und gleichzeitig engagiert sein = staying groundet while staying..
Balance ist in diesem Bereich nichts, was man einmal erreicht und dann für immer behält. Sie ist ein fortlaufender Prozess. Es gibt Phasen, in denen die Arbeit volle Aufmerksamkeit verlangt.
Für Christian bedeutete Balance jedoch nie eine strikte Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Vielmehr geht es darum, dass das, was man tut, mit den eigenen Werten übereinstimmt und dass man außerhalb der Arbeit einen Ausgleich findet.
Im Laufe der Zeit hat er erkannt, dass gute Führung auch bedeutet, die Belastungen des Tages bewusst loszulassen, um die eigene Energie zu schützen.
Christian findet diesen Ausgleich auf einfache Weise: durch Yoga, Wanderungen in den Bergen und Surfen – oft gemeinsam mit seiner Partnerin Rebecca. Diese Momente helfen ihm, Abstand zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen.
Ein Name, hinter dem man steht = a name you stand behind
Nicht Auszeichnungen oder Titel sind für Christian die wichtigste Errungenschaft. Das Bedeutendste ist das Vertrauen, das er sich aufgebaut hat.
Wenn Familien das Gefühl haben, sicher und gut begleitet zu sein, begleitet ihn dieses Gefühl lange weiter.
In einem Markt, in dem viele Agenturen mit Markennamen wie CareNova, Pflege Prinzen, VitaCura 24, Altrivo Pflege oder Benevita Care auftreten, hat er einen anderen Weg gewählt:
ELSNER Pflege.
Wie Christian sagt:
„Meiner Ansicht nach ist man nur dann wirklich für sein Handeln verantwortlich, wenn man seinen eigenen Namen auf etwas setzt.“
Diese Überzeugung prägt seine Entscheidungen bis heute und stärkt das Vertrauen, das Familien ihm und seinem Unternehmen entgegenbringen.
Er reist außerdem zu internationalen Konferenzen im Bereich der häuslichen Betreuung und nimmt an ihnen teil. Diese Begegnungen bringen neue Perspektiven und halten ihn mit globalen Entwicklungen verbunden.
Für ihn geht es darum, in beiden Welten präsent zu bleiben: bei der täglichen Arbeit und gleichzeitig Raum für Erholung zu schaffen, damit er seine Aufgabe langfristig gut erfüllen kann.
Den Fokus bewahren, wenn es am wichtigsten ist = holding focus
In diesem Geschäft gleicht kein Tag dem anderen. Es gibt emotionale Momente und ständige operative Herausforderungen. Was Christian dabei gelassen hält, ist seine enge Verbindung zu seinem Lebenszweck. Er erinnert sich oft daran, warum er begonnen hat – besonders an den anspruchsvollsten Tagen.
Auf praktischer Ebene setzt er auf klare Prioritäten und strukturierte Abläufe. Sie schaffen Ordnung, wenn Situationen intensiv werden. Gleichzeitig nimmt er sich bewusst Zeit zum Innehalten und Nachdenken. Das hilft, Überlastung zu vermeiden. Denn Ruhe und Konzentration sind nicht nur für ihn wichtig, sondern auch für alle Menschen, für die er Verantwortung trägt.
Fairness schafft Würde = fairness that builds dignity
Für ihn beginnt Würde mit Fairness. Deshalb sorgt er von Anfang an für Transparenz. Vereinbarungen sind klar, die Kommunikation offen, und es gibt keine versteckten Ebenen in der Struktur seines Modells.
Die Fairness seines Systems ist unbestreitbar. Das Grundprinzip ist einfach: Betreuungskräfte erhalten ihre volle Vergütung direkt und ohne Abzüge.
„Wenn Menschen genau verstehen, was sie geben und was sie erhalten, entsteht Vertrauen ganz natürlich“, erklärt Christian.
Diese Klarheit wirkt in beide Richtungen. Betreuungskräfte fühlen sich respektiert, und Kunden wissen genau, wofür sie bezahlen.
Ratschläge für aufstrebende Führungskräfte = advice for …
Für Menschen, die gerade ihren Weg beginnen, hat Christian einen klaren Rat. Er spricht nicht über Titel oder Karriereleitern. Stattdessen spricht er über Absicht, Charakter und Fürsorge.
Er ermutigt junge Fachkräfte, den Prozess zu respektieren und ihre Werte als Kompass zu nutzen – nicht nur ihren Ehrgeiz. Sie sollen damit beginnen, die Menschen, denen sie dienen möchten, wirklich zu verstehen. Nicht nur oberflächlich, sondern indem sie aufmerksam wahrnehmen, was diese Menschen in ihrem oft schwierigen Alltag tatsächlich benötigen.
Dieses Verständnis führt langfristig zu besseren Entscheidungen.
Der erfahrene Branchenkenner kennt die Feinheiten und Herausforderungen dieses Bereichs genau. Er fordert junge Menschen auf, Geduld zu entwickeln. Rom wurde schließlich auch nicht an einem Tag erbaut. Glaubwürdigkeit in einer dienstleistungsorientierten Branche entsteht Schritt für Schritt.
Seine Botschaft lautet:
„Vertrauen, Qualität und Reputation brauchen Zeit, um zu wachsen. Sie entstehen langsam – durch Beständigkeit und Fürsorge.“
Das Vermächtnis, das er hinterlassen möchte = the legacy…
Manche Führungskräfte jagen Ergebnissen nach. Christian baut Umgebungen auf.
Für ihn geht es beim Vermächtnis nicht um Positionen oder einzelne Abschlüsse. Es geht darum, was bleibt: wie Menschen behandelt werden, was sie weitertragen und was sie selbst erschaffen.
Sein Beitrag reicht deshalb weit über Verträge und Entscheidungen hinaus. Er möchte Teil eines Systems sein, in dem Betreuung menschlicher, transparenter und wertschätzender wird. Ein System, in dem Betreuung nicht einfach nur eine Dienstleistung ist, sondern etwas Wesentliches.
„Ein Pflegeheim kann ein Bett ersetzen – aber niemals ein Zuhause.“ = a nursing home kann replace ….
Wenn wir dazu beitragen können, Standards anzuheben und andere Menschen dazu inspirieren, diese Arbeit mit Verantwortung und Mitgefühl auszuüben, dann ist das ein Vermächtnis, das es wert ist, hinterlassen zu werden.
Für Visionäre wie Christian bedeutet Erfolg weniger das Erreichen von Höhepunkten, sondern vielmehr stetigen Fortschritt. Dazu gehört die Förderung zukünftiger Führungskräfte, die Weitergabe von Wissen und der Schutz der Werte, die über das Tagesgeschäft hinausgehen.
Diese Ausrichtung aufrechtzuerhalten ist anspruchsvoll. Doch ohne sie verliert letztlich alles andere an Bedeutung.
„Gute Betreuung entsteht dort, wo Betreuungskräfte mit Fairness, Wertschätzung und Respekt behandelt werden.“



